KUNST IN ROM

Hat man in Rom das touristische Programm absolviert – das ist natürlich ein Muss – kann man sich von den allgemeinen Pfaden entfernen und so manches Überraschendes in Sachen Kunst entdecken. Hier unser Rundgang der vergangenen Woche.

Rom Palazzo delle EsposizioniEtwa in der Mitte der Via Nazionale befindet sich die Ausstellungshalle Palazzo delle Esposizioni (www.palazzoesposizioni.it) – Bild oben. Noch bis 13. September 2015 kann man hier 150 beein­druckende Bilder des Fotografen David LaChapelle sehen (zur Erinnerung: er gestaltete das umstrittene Plakat des Life Ball 2014 – Frau mit Penis). Als Fotograf hat er mit Andy Warhol gearbeitet, viele Berühmtheiten portraitiert und hat sich nun auf eine Südseeinsel zurückgezogen. Diese Ausstellung nimmt Bezug zu Rom, hat ihn doch ein Besuch der Sixtinischen Kapelle im Jahre 2006 zu dieser Bilderserie inspiriert. Es sind religiöse Themen, die ihn offensichtlich derzeit beschäftigen: die Sintflut, Jesus im Alltag. Zum neuen Konzept gehören Themen, wie Car Crash, Negative Currencies, Hearth Laughs in Flowers, Land Scape, … Diese Bilder sind komplex, viele Zitate werden erst bei genauerem Hinsehen offensichtlich. Eine durchaus beeindruckende Arbeit.

matisse_incontri-documentar.pngEine Treppe gleich neben der Ausstellungshalle führt durch einen kleinen Park zur Piazza del Quirinale. Dort präsentiert die Scuderie del Quirinale ( www.scuderiequirinale.it ) – leider nur noch bis 21. Juni 2015 – die Matisse-Ausstellung Arabesque. 90 Bilder werden hier im Kontext ihrer Beeinflussung gezeigt, z.B. Stoffe und Kacheln aus Afrika. Man sieht sehr gut, wie die Muster und Farben in die Bilder von Matisse einflossen.

Rom Palazzo Doria PamphiljDer Weg führt weiter hinunter zur Via del Corso. Richtung Piazza di Venezia befindet sich der Palazzo Doria Pamphilj ( www.doriapamphilj.it ) –Stärkung und Erfrischung findet man ausreichend unterwegs. Jenseits der Menschenmassen kann man in dieser Privatsammlung der Familie Pamphilj über 500 Gemälde in barocker Pracht in aller Ruhe und ausführlich genießen. Ehrfurchtsvoll steht man vor Werken von Velázquez, Gian Lorenzo Bernini, Pieter Bruegel der Ältere, Giovanni Bellini, Jan Brueghel, Caravaggio, Pier Francesco Mola, Giorgio Vasari, Bassano, Corregio, Tizian, Poussin, Vasari, Lippi, Dürer, … Accreditiert man sich, darf man sogar fotografieren. Amüsant sind auch die Geschichten über die Familie, die neben den Beschreibungen der Gemälde und Räume über den Audioführer vermittelt werden –in Italienisch oder Englisch.

Rom MAXXIMit der Metro A fährt man bis zur Station Flaminio, weiter mit der Straßenbahn Nr. 2 und gelangt so zum Museum des 21. Jahrhunderts MAXXI nach einem Entwurf von Zara Hadid ( www.fondazionemaxxi.it ) – ein Museum für zeitgenössische Kreativität, errichtet 2009 mit wechselnden Ausstellungen. Schon das Gebäude ist einen Besuch wert, Geräusch­installationen begleiten den Weg durch die Gänge und Ebenen, wirken als verbindendes Element. Noch bis Ende September können die beeindruckenden und in ihrem Kontext teilweise auch bedrückenden Installationen von Lara Favaretto unter dem Titel GOOD LUCK – geht es doch um verschwundene Personen – besichtigt werden. Sehenswert auch die Bilder des Fotografen Olivio Barbieri unter dem Titel Immagini 1978-2014. Sein Spiel mit Schärfe und Unschärfe erlaubt einen fokussierten Blick auf das Wesentliche. Noch bis Mitte November zu sehen. Die eine Hälfte der MAXXI-Ausstellungsfläche widmet sich der Architektur in verschieden Kontexten, die andere ist für die Kunst reserviert. Das Museum hat einen gut sortierten Buchladen und ein Restaurant mit Plätzen in einem Innenhof mit schattigen Bäumen. Man kann hier gut einen ganzen Tag verbringen.

Dies ist nur ein Beispiel, dass sich in Rom Antike und Moderne gut verbinden lassen. In den Ausstellungshallen findet man monatliche Veranstaltungshefte, nach denen man sich nach eigenem Geschmack seine Route zusammenstellen kann. In allen hier vorgestellten Ausstellungen war Eintritt zw. 10 – 12 Euro zu bezahlen (Ermäßigung für Kinder, Studenten und Senioren möglich).

Rom Trinkbrunnen

Tipp 1: in Rom gibt es zahlreiche kleine und größere Parks und Plätze mit Brunnen mit fließendem Wasser. Dieses Wasser ist trinkbar und war immer gut gekühlt à Trinkflasche mitnehmen.

Rom Junobrunnen Ausschnitt

 

 

 

Tipp 2: die Brunnen sind in der Nacht wunderschön beleuchtet. (Hier einer der vier Brunnen an der Piazza Quattro Fontane: Junobrunnen, 1588 von Domenico Fontana – Ausschnitt)

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Eine Antwort auf „KUNST IN ROM“

  1. Antonia,

    da erschaudert man direkt, wenn man die vielen grossen Namen liest, die vielen Hinweise auf die besonderen Plaetze, Palaccios, Avenidas, Monumentos, sieht.
    Ich habe sehr viel mit Italienern zusammen gearbeitet und ihnen immer wieder die Frage gestellt, welche Stadt sie in Italien besuchen wuerden: „Roma“ war die einhellige Antwort.
    Schoen auch, dass der Turist neben den grossen sights (Sixtinische, Forum, Collosseum, usw.) neue Besoderheiten findet die ihn faszinieren, welche die „estradas da vida“ der verschiedensten Kuenstler darstellen.
    Apropos estradas…ich habe vor die „Estrada Real“ in Brasilien zu machen, das ist eine gut 1200 km lange Strasse auf der Gold vom Interior (Minas Gerais) an die Kueste transportiert wurde; natuerlich ist auch etwas von dem edlen Metall auf die eigenen Kirchenaeltaere plattiert worden, so hat die „igreja do Pilar“ in Ouro Preto eine halbe Tonne von dem edlen Zeug abbekommen, das mann heute alles in die Handies hineinpackt. Frueher machte man den Transport mit Eseln, Mulis und Pferden, ….ich werde die Reise – der Annehmlichkeiten wegen – mit dem Motorrad machen.

    LG aus Belo Horizonte / Brazil, and keep on posting!
    Karl Berger

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